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Versicherung


Versicherung

Sie können sich gegen alles und jeden versichern. Auch hier sollte eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt werden. Denn so manche Versicherung ist überflüssig oder zu teuer. Vermeiden Sie Doppeltversicherungen z.B. ist eine private Unfallversicherung bei Zwangsabschluss einer gesetzlichen Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaft überflüssig. Um aber Risiken, die durch die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit, ob freiberuflich oder gewerblich, abzusichern, sollte im Vorfeld einer Existenzgründung eine "Risikoanalyse" durchgeführt werden. Dabei ist kritisch zu beleuchten, welche Versicherungen für den Existenzgründer tatsächlich notwendig sind und auf welche u. U. verzichtet werden kann. Die an dieser Stelle aufgeführten Informationen können dabei nicht die individuelle Beratung eines Versicherungsunternehmens, -maklers oder einer Agentur ersetzen, sondern sollen einen ersten Überblick über Risiken und Vorsorgemöglichkeiten geben.

1. Betriebliche Versicherungen - Die wichtigsten Betriebspolicen

Unternehmer haften gegenüber im Betrieb tätigen Personen für Sachschäden, Betriebsfremden gegenüber für Personenschäden und Dritten gegenüber für Schäden, die durch Verrichtungsgehilfen verursacht werden.
Wichtig ist die Betriebshaftpflichtversicherung. Sie zahlt bei berechtigten Ansprüchen und schützt vor überhöhten oder unberechtigten Ansprüchen Dritter. Wer auf diese Police verzichtet, spart am falschen Ende. Denn Haftpflichtschäden sind nicht kalkulierbar. Die Deckungssumme sollte mindestens 1,5 Millionen € für Personenschäden, € 500.000 für Sachschäden, € 15.000 für so genannte Bearbeitungsschäden sowie € 50.000 für Allmählichkeitsschäden betragen.
Wichtig für einige Betriebe ist eine Umwelthaftpflichtversicherung. Der von den Gesellschaften seit Anfang 1994 angebotene Umwelt-Haftpflichtschutz besteht bei den Gesellschaften aus mehreren Bausteinen, die es jedem Selbständigen möglich machen, sich maßgeschneidert abzusichern. Wichtig ist die Umwelt-Haftpflicht-Basisdeckung und die Umwelt-Regressversicherung.
Nach einem Gesetz, das seit 1990 in Kraft ist, haften Existenzgründer, die Waren herstellen oder sogar importieren, für Schäden aus Produktmängeln auch dann, wenn Sie kein Verschulden trifft. Einige Existenzgründer brauchen daher eine Produkthaftpflichtversicherung. Die übliche Betriebshaftpflichtversicherung erfasst im Prinzip auch das Produkthaftpflichtrisiko. Bestimmte Risiken müssen jedoch über eine separate Produkthaftpflichtversicherung abgedeckt werden.
Wählen Sie bei der Kfz-Haftpflichtpolice für das Firmenauto immer die „unbegrenzte“ Deckung. Sachschäden werden dann unbegrenzt und Personenschäden bis zu 4 Millionen € bezahlt. Der Mehrbeitrag dafür ist gering. Für Firmenwagen sollte zusätzlich eine Teilkasko (gegen Diebstahl, Feuer, Blitzschlag, Haarwild, Glasbruch) abgeschlossen werden, für neuere hochwertige Fahrzeuge eine Vollkasko Police (zusätzlich selbstverschuldete Unfallschäden und mut- und böswillige Zerstörung von Dritten). Sie lohnt sich bis längstens drei Jahre nach dem Autokauf. Bei Leasing- und kreditfinanzierten Autos ist die Vollkaskopolice vorgeschrieben.
Weniger wichtig ist die Firmenrechtsschutzversicherung. Denn Sie deckt nur noch Streitigkeiten vor Sozial- und Arbeitsgerichten, Kosten für ein Verfahren zur Durchsetzung von Schadensersatzsansprüchen aufgrund von gesetzlichen Haftpflichtbestimmungen (nicht vertragliche Haftpflichtansprüche) und Kosten für Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren. Der Rechtsschutz bezieht sich nur auf einen kleinen Bereich. Verfahren, die teuer sind, also Existenzgründer wirklich brauchen, zum Beispiel zivilrechtliche Streitigkeiten, Mahnverfahren, Verwaltungsgerichtsstreitigkeiten oder andere, werden von der Firmenrechtsschutzversicherung nicht erfasst. Nicht versichert sind unter anderem Steuer- und Abgabenrecht, Gesellschaftsrecht, Patent-, Urheber-, Warenzeichen, Geschmacksmusterrecht, Bürgschaft- und Garantieverträge.
Empfehlenswert ist eine Verkehrsrechtsschutzversicherung, die einen Schadenersatz-, einen Strafrechtsschutz und zusätzlich einen Führerschein- sowie einen Kraftfahrzeugvertragsrechtsschutz enthält.Wichtig kann eine Miet-Rechtsschutzversicherung für die ver- oder gemieteten Räumlichkeiten sein. Dieser Rechtsschutz für Grundstückseigentum und Miete bezieht sich auf mögliche Streitigkeiten, die sich aus dem Mietverhältnis ergeben können. Dieses könnten zum Beispiel Kürzungen der Mietzahlung für nicht abgestellte Mängel, fehlerhafte Heizkostenabrechnungen, Kündigung des Mietvertrages, Streit bei Renovierungskosten oder nachbarschaftsrechtliche Streitigkeiten sein. Grundlage der Prämie ist die Bruttojahresmiete, das heißt die Kaltmiete zuzüglich aller Nebenkosten.Auch Existenzgründer müssen je nachdem Ihre eigenen, gemieteten oder geleasten Sachen gegen Verluste durch Brand, Einbruchdiebstahl, Sturm-, Hagel-, Vandalismus-, Wasserschäden mit entsprechenden Policen schützen.Unter Umständen kann auch eine Klein-Betriebsunterbrechungs-Versicherung von Bedeutung sein. Diese trägt die Fixkosten Ihres Unternehmens (z.B. Löhne) weiter, auch wenn Ihr Betrieb nur teilweise in seinem reibungslosen Ablauf gestört ist, z.B. bei Feuerschäden an produktionstragenden Maschinen und Geräten, deren Instandsetzung mit sehr langen Reparaturzeiten verbunden ist. Hier gibt Ihnen die Versicherung Hilfestellungen, indem Sie z.B. Ausweichkapazitäten ausfindig macht, damit Sie Ihre Marktposition weiterhin halten können.Weniger wichtig ist die Glaspolice. Wer in Räumen mit kleinen, einfachverglasten Fenstern arbeitet, kann die Prämie sparen. Geht ein Fenster einmal zu Bruch, kann der Glaser leicht aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Existenzgründer, die dagegen in Büros oder Ladengeschäften mit großen Schaufenstern arbeiten, brauchen diese Police.Für Transporte von Waren tragen Existenzgründer das Risiko, sofern im Liefervertrag die Klausel „Frei Rampe oder frei Ausstellungsort“ vereinbart ist. Wer die Klausel im Liefervertrag stehen hat, braucht eine Transportversicherung.Wer mit dem Auto Geräte vom Kunden zur Reparatur abholt, Geräte oder Möbel ausliefert oder teure Werkzeuge und Materialien im Auto hat, sollte eine Autoinhaltspolice abschließen. Nach einem selbstverschuldeten Verkehrsunfall kommt zwar die Vollkaskoversicherung für den Fahrzeugschaden auf, nicht aber für transportierte Gegenstände. Auch nach einem Einbruchdiebstahl ins Auto wird bezahlt.

2. Private Absicherung

Die bisher genannten Versicherungen beziehen sich ausschließlich auf den geschäftlichen Bereich. Gerade als Selbständiger sollten Sie im Bereich Ihrer persönlichen Arbeitskraft kritisch prüfen, inwieweit bestimmte Risiken Ihre Aktivitäten einschränken könnten und somit den Betriebsablauf Ihres Unternehmens stören würden. Das macht eine Krankenversicherung natürlich unumgänglich, unabhängig davon, ob es eine private oder eine gesetzliche Versicherung ist (Stichwort Krankentagegeld).Darüber hinaus gilt es aber auch, Vorsorge für später zu treffen, und je früher Sie damit beginnen, um so besser.Eine Kombination aus Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll. Halten Sie sich vor Augen, dass auch Sie älter werden oder vielleicht aus Krankheitsgründen Ihre Firma nicht mehr weiterführen können. Die Konsequenzen können sehr tragisch sein.Ein Wort zum Thema Familie:Sollten andere Personen von Ihrer Arbeitskraft abhängen, dann sollten Sie ergänzend eine Risikolebensversicherung zur Hinterbliebenenversorgung abschließen.Überprüfen Sie Ihre Unternehmensrisiken!Mit Hilfe von Fachleuten sollten Sie sich sich einen Überblick darüber verschaffen, welche Risiken Sie in Ihrem Unternehmen versichern sollten und welche nicht. Fragen Sie sich bei jeder Gefahrenart, wie hoch das Risiko im schlimmsten Fall ist, ob Sie es selbst tragen können oder ob Sie es in jedem Fall versichern sollten. Eine Faustregel für den persönlichen Versicherungsbedarf lautet: Verzichten Sie auf den Schutz von Kleinrisiken, die Sie notfalls aus eigener Tasche zahlen können - versichern Sie lieber die großen existenzbedrohenden Risiken. Auch wenn Sie die Spalte „Selber tragen“ angekreuzt haben, sollten Sie mit einem Versicherungsmakler über die Risiken sprechen. Denn oft lassen sich die weniger gravierenden Risiko-Bereiche zu günstigen Prämien in bestehende Verträge mit einbeziehen. Viele Gesellschaften haben speziell für Existenzgründer Versicherungs-pakete entwickelt. Beachten Sie, dass in manchen Branchen Versicherungspflichten bestehen.
LinkTipp: www.deutsche-rentenversicherung-bund.de


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